Übertritt in die Sekundarschule: Ein umfassender Leitfaden für Eltern und Kinder

Der Übertritt in die Sekundarschule ist ein wichtiger Meilenstein in der Schullaufbahn Ihres Kindes und kann für die Familie eine Herausforderung sein. Viele Eltern fragen sich, wie sie ihr Kind optimal unterstützen können, welche Anforderungen gestellt werden und wie eine gute Vorbereitung für den Übertritt aussieht. In diesem Beitrag erhalten Sie umfassende Informationen rund um den Übertritt in die Sekundarschule und sogar konkrete Lerntipps.


1. Was bedeutet der Übertritt in die Sekundarschule?

In der Schweiz erfolgt der Übertritt in die Sekundarstufe I nach der 6. Klasse der Primarschule. Dabei wird entschieden, welche weiterführende Schulform Ihr Kind besuchen wird. Je nach Kanton und Schulsystem kann es sich dabei um die Sekundarschule, Realschule, Bezirksschule, Sek A/B/C oder das Langzeitgymnasium handeln.

Der Begriff „Sekundarschule“ ist kantonal unterschiedlich definiert. In vielen Kantonen bezeichnet er die nach der Primarschule folgende Schulform, die auf die Berufslehre oder weiterführende Schulen (z. B. das Gymnasium) vorbereitet.


2. Die verschiedenen Stufen

Im Kanton Zürich, sowie in vielen anderen Kantonen, erfolgt nach der 6. Primarschule die Zuweisung in die Sek A, B oder C basierend auf Leistungen und Lehrerempfehlung. Durch genügende Leistung aus Vorschlag- und Prüfungsnoten besteht auch die Möglichkeit für das Langzeitgymnasium.

Der Übertritt in die Sekundarschule ist ein wichtiger Meilenstein in der Schullaufbahn Ihres Kindes – und oft eine emotionale wie organisatorische Herausforderung für die ganze Familie. Viele Eltern fragen sich, wie sie ihr Kind optimal unterstützen können, welche Anforderungen gestellt werden und wie eine gute Vorbereitung auf die Übertrittsprüfung aussieht. In diesem Beitrag erhalten Sie umfassende Informationen rund um den Übertritt in die Sekundarschule und sogar konkrete Lerntipps.


3. Die Bedeutung des Übertritts

Der Übertritt legt eine erste Weiche für den schulischen Weg Ihres Kindes:

  • Sek A: gute Vorbereitung auf anspruchsvolle Berufslehren oder das Gymnasium.

  • Sek B: praxisorientierter Unterricht, bei späterem Wechsel zusätzlicher Aufwand.

  • Langzeitgymnasium: direkte Vorbereitung auf Matura und Studium.

Auch wenn spätere Wechsel möglich sind, ist der erste Übertritt häufig richtungsweisend. Umso wichtiger ist eine fundierte und realistische Einschätzung.


4. Wichtige Kriterien für den Übertritt

Für die Einstufung spielen mehrere Faktoren eine Rolle:

  • Schulnoten in den Hauptfächern (Deutsch, Mathematik, Sprachen und NMG)

  • Lern- und Arbeitshaltung

  • Selbstständigkeit und Motivation

  • Sozialverhalten

  • Beurteilung der Lehrperson

  • Ergebnisse von Aufnahmeprüfungen (für den Übertritt ans Langzeitgymnasium)

Insbesondere die Halbjahreszeugnisse der 5. und 6. Klasse sind entscheidend.


5. Die Rolle der Lehrperson

Die Klassenlehrperson spricht eine Empfehlung für den Übertritt aus. Diese basiert auf einer Gesamtbeurteilung Ihres Kindes – also nicht nur auf Noten, sondern auch auf Lernverhalten, Motivation und Entwicklungspotenzial.

Führen Sie am besten bereits in der 5. Klasse Gespräche mit der Lehrperson, um frühzeitig Rückmeldungen und mögliche Förderempfehlungen zu erhalten.


6. Wie Sie Ihr Kind gezielt unterstützen können

Als Eltern haben Sie einen grossen Einfluss darauf, wie gut Ihr Kind den Übertritt meistert. Hier sind einige bewährte Strategien:

a) Realistische Selbsteinschätzung fördern

Sprechen Sie mit Ihrem Kind offen über seine Stärken und Herausforderungen. Eine ehrliche Selbstwahrnehmung ist Grundlage für gezielte Förderung.

b) Motivation statt Druck

Vermeiden Sie überhöhten Leistungsdruck. Unterstützen Sie die Lernmotivation durch Lob, Interesse und realistische Ziele.

c) Struktur und Lernumfeld schaffen

Sorgen Sie für einen ruhigen Arbeitsplatz, feste Lernzeiten und möglichst wenig Ablenkung durch digitale Medien.

d) Externe Unterstützung nutzen

Bei Bedarf können gezielte Nachhilfe, Lerncoaching oder Vorbereitungskurse sehr hilfreich sein – besonders bei Unsicherheiten, Lücken in den Grundlagen oder Prüfungsangst.


7. Vorbereitung auf die Aufnahmeprüfung

Für den Übertritt ins Langzeitgymnasium ist eine Aufnahmeprüfung erforderlich. Eine strukturierte Vorbereitung ist hier entscheidend.

Die Prüfungsinhalte:

  • Deutsch: Leseverständnis, Textproduktion, Grammatik

  • Mathematik: Rechnen, Geometrie, Sachaufgaben

Idealerweise beginnt die Vorbereitung mindestens 8 Monate vor dem Prüfungstermin. Besonders effektiv ist ein individueller Lernplan, kombiniert mit regelmässigen Prüfungssimulationen.


8. Häufige Stolpersteine beim Übertritt

Folgende Fehler sollten Sie möglichst vermeiden:

  • Zu spätes Beginnen der Vorbereitung

  • Unstrukturierter Lernprozess ohne Plan oder Ziel

  • Überforderung durch zu hohen Druck

  • Unrealistische Erwartungen an das Kind

Versuchen Sie, den Lernprozess als gemeinsame Aufgabe zu gestalten – mit einer Balance aus Fordern und Fördern.


9. Optionen bei nicht bestandenem Übertritt

Schafft Ihr Kind den gewünschten Übertritt nicht, ist das kein Misserfolg, sondern (falls überhaupt) ein Umweg auf dem Bildungsweg. Es gibt viele Möglichkeiten:

  • Übertritt im Folgejahr mit guten Leistungen (Bsp. Übertritt von der Sek B in die Sek A)

  • Kurzzeitgymnasium ab der 8. Klasse

  • Berufslehre mit Berufsmaturität

  • Brückenangebote oder 10. Schuljahr

Die Schweiz bietet ein durchlässiges Bildungssystem, das Weiterbidlungsmöglichkeiten für fast alle Schulen und Berufe offen lässt.


10. Fazit: Der Übertritt ist ein neuer Anfang

Der Übertritt in die Sekundarschule ist ein bedeutender Schritt – aber kein endgültiges Urteil über den weiteren Lebensweg Ihres Kindes. Mit einer realistischen Einschätzung, gezielter Vorbereitung und unterstützendem Umfeld kann jedes Kind seinen Platz finden.

Betrachten Sie den Übertritt nicht als Hürde, sondern als Chance: Für persönliches Wachstum, selbstständiges Lernen und eine bewusste Schulwahl.

Die Regelungen für den Übertritt variieren je nach Kanton. Einige Beispiele:

  • Zürich: Zuweisung in die Sek A, B oder C basierend auf Leistungen und Lehrerempfehlung. Mit Aufnahmeprüfung Zuweisung an Langzeitgymnasium möglich.

  • Bern: Aufteilung in Real-, Sekundar- und Bezirksschule.

  • Aargau: Übertritt über Noten oder Aufnahmeprüfung, auch für das Langzeitgymnasium.

  • Basel: Entscheidung durch eine Kombination aus Noten, Lehrerbeurteilung und Prüfungen.

Informieren Sie sich frühzeitig über die kantonalen Richtlinien, da diese entscheidend für die schulische Planung sind.


✅ Bonus: Checkliste für Eltern

  • Frühzeitig das Gespräch mit der Lehrperson suchen

  • Anforderungen und Termine des Kantons kennen

  • Stärken und Schwächen gemeinsam mit dem Kind analysieren

  • Individuellen Lernplan erstellen

  • Nachhilfe oder Coaching bei Bedarf organisieren

  • Prüfungsformate üben und simulieren

  • Motivation durch kleine Erfolge fördern

  • Realistische Alternativen im Blick behalten


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