Wenn SchülerInnen in der Schule Schwierigkeiten zeigen, stellen sich viele Eltern die Frage: Welche Schulfächer bereiten Schwierigkeiten – und warum gerade diese? Die Antwort ist oft eindeutig: Es sind vor allem die grundlegenden, aufbauenden Fächer Mathematik, Deutsch, Französisch und Englisch, in denen sich Leistungsprobleme besonders deutlich zeigen.
In diesem Beitrag erfahren Sie, warum gerade diese vier Fächer häufig Probleme bereiten, welche Rolle grundlegendes Wissen spielt und wie Sie Ihr Kind gezielt unterstützen können.
Mathematik, Deutsch, Französisch und Englisch sind sogenannte aufbauende Fächer. Das bedeutet: Der Stoff baut von Schuljahr zu Schuljahr aufeinander auf. Hat ein Kind in einem Thema Verständnislücken, kann es den nachfolgenden Stoff oft nicht mehr erfassen. Diese Lücken wachsen im Laufe der Schulzeit – und mit ihnen die Unsicherheit, die Frustration und der schulische Misserfolg.
Aufbauende Fächer im Überblick:
Mathematik: Logik, Rechnen, Algebra, Geometrie
Deutsch: Rechtschreibung, Grammatik, Lesen, Schreiben
Französisch & Englisch: Vokabeln, Grammatik, Satzbau, Hör- und Leseverstehen
In diesen Fächern sind Grundlagen unerlässlich. Ohne solide Basis ist kein Fortschritt möglich – im Gegensatz zu Fächern, bei denen jedes Thema für sich steht.
Mathematik ist für viele Schüler:innen das schwierigste Fach. Und das aus gutem Grund: Jeder neue Themenbereich baut auf dem vorherigen auf.
Warum Mathematik Schwierigkeiten bereitet:
Fehlendes Zahlenverständnis in der Primarschule erschwert das Rechnen mit Brüchen, Dezimalzahlen oder Prozenten in der Sekundarstufe.
Begriffe wie Variablen, Funktionen oder Gleichungen setzen logisches Denken und Verständnis voraus – Fähigkeiten, die sich über Jahre entwickeln.
Viele Schüler:innen haben Lücken beim Kopfrechnen, bei Einheiten oder Textaufgaben.
Folge: Wer den Einstieg in mathematisches Denken verpasst, verliert schnell den Anschluss – und entwickelt oft eine regelrechte Mathe-Angst.
Tipp für Eltern: Bauen Sie frühzeitig das Grundverständnis auf – spielerisch in der Primarschule, strukturiert ab der Sekundarstufe. Förderangebote, Apps oder Lernvideos können helfen, Lücken zu erkennen und gezielt zu schließen.
Deutsch ist weit mehr als nur ein Schulfach: Es ist die Basis für den gesamten Bildungserfolg. Wer in Deutsch Schwierigkeiten hat, kämpft nicht nur mit Aufsätzen oder Diktaten, sondern auch mit Textaufgaben in Mathe, naturwissenschaftlichen Arbeitsanweisungen oder dem Verstehen von Prüfungsfragen.
Typische Probleme im Fach Deutsch:
Unsicherheit in der Rechtschreibung und Grammatik
Mangelndes Textverständnis
Schwierigkeiten beim freien Schreiben
Geringe Lesemotivation
Besonders kritisch: Kinder, die in der Primarschule nicht flüssig lesen lernen, haben es in allen Fächern schwer – denn Lesen ist der Schlüssel zum Lernen.
Tipp für Eltern: Fördern Sie Lesefreude – durch spannende Bücher, Vorlesen, Hörbücher oder Comics. Regelmäßiges Schreiben von kleinen Texten (z. B. Tagebuch, Geschichten) stärkt Ausdruck und Rechtschreibung. Achten Sie auf Lob für Fortschritte, nicht nur für perfekte Ergebnisse.
In der Schweiz beginnt der Französischunterricht oft bereits in der Primarstufe. Viele Kinder entwickeln hier früh Frustration, weil der Zugang zur Sprache schwerfällt.
Warum Französisch Schwierigkeiten bereitet:
Schwierige Aussprache und komplexe Grammatik
Früher Einstieg, aber oft wenig Praxis
Geringe Alltagserfahrung mit der Sprache
Mangel an emotionalem Bezug oder Interesse
Kritisch: Wer in den ersten Schuljahren keine soliden Grundlagen erwirbt (z. B. im Präsens, bei Artikeln oder in der Aussprache), wird in der Sekundarstufe schnell überfordert – vor allem mit neuen Zeiten wie passé composé oder imparfait.
Tipp für Eltern: Nutzen Sie Medien – französische Kinderlieder, Hörspiele, einfache Comics oder Apps. Machen Sie Vokabeltraining spielerisch und regelmäßig. Kleine Alltagssätze (z. B. „Je m’appelle…“, „J’ai une sœur“) helfen, ein Gefühl für die Sprache zu entwickeln.
Englisch ist zwar durch Medien und Musik präsenter als Französisch, bereitet vielen Kindern aber ähnliche Schwierigkeiten – vor allem, wenn die Grundlagen fehlen.
Typische Herausforderungen:
Unregelmäßige Verben und viele Ausnahmen
Unterschiedliche Aussprache und Schreibweise
Mangelndes Hörverstehen
Schwierigkeiten mit Satzbau und Zeiten
Problematisch: Die Grundlagen der englischen Grammatik (z. B. simple present, past tense, Fragen und Verneinungen) werden oft nicht tief genug verstanden. Das rächt sich spätestens in der Sekundarstufe.
Tipp für Eltern: Fördern Sie englische Medien – Serien mit Untertiteln, Kinderlieder, kurze Texte oder Lernvideos. Wiederholen Sie Vokabeln mit Karteikarten oder Apps und achten Sie auf regelmäßige Anwendung. Kleine Erfolgserlebnisse stärken die Motivation.
Nicht immer spricht ein Kind offen über seine schulischen Probleme. Es gibt jedoch typische Anzeichen:
Plötzliche Leistungseinbrüche in einem oder mehreren Fächern
Widerstand gegen Hausaufgaben – besonders in Mathe, Deutsch oder Französisch
Angst vor Prüfungen
Vermeidung bestimmter Lerninhalte (z. B. Textaufgaben, Grammatikregeln)
Körperliche Symptome wie Bauchschmerzen vor Schultagen mit problematischen Fächern
Ein Blick in Hefte, Gespräche mit Lehrpersonen und gezielte Nachfragen helfen, Klarheit zu gewinnen.
Überprüfen Sie, ob Ihr Kind wichtige Basiskompetenzen (z. B. Einmaleins, Satzglieder, Vokabeln) beherrscht.
Wiederholen Sie gezielt in kleinen Portionen.
Nutzen Sie spielerische Materialien (Apps, Lernkarten, Lernspiele).
Feste Lernzeiten und Rituale helfen beim Dranbleiben.
Erstellen Sie einen Wochenplan, in dem jeden Tag ein Fach im Fokus steht.
Konzentrieren Sie sich auf Fortschritte, nicht auf Fehler.
Vermeiden Sie ständiges Korrigieren – das demotiviert.
Professionelle Lernförderung oder Nachhilfe kann gezielt Lücken schließen.
Ein Lerncoaching hilft auch, die Lernorganisation zu verbessern und Prüfungsangst zu reduzieren.
Mathematik, Deutsch, Französisch und Englisch bereiten besonders häufig Schwierigkeiten – und das aus einem klaren Grund: Sie sind aufbauende Fächer. Wer die Grundlagen nicht sicher beherrscht, verliert schnell den Anschluss. Diese Fächer entscheiden oft über den schulischen Erfolg und über den Übertritt in weiterführende Schulen.
Doch es gibt gute Nachrichten: Lücken lassen sich schließen. Mit gezielter Förderung, Motivation, Geduld und der richtigen Unterstützung können Kinder auch in ihren „Problemfächern“ wieder Selbstvertrauen aufbauen – und langfristig wieder erfolgreich lernen.
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